Leistungen
Logopädie für Kinder
Artikulationsstörungen
Phonetische Probleme:
- Das Kind kann einen Laut motorisch nicht richtig bilden
- Problem liegt bei Mund-, Zungen- oder Lippenbewegung
- Der Laut ist immer falsch, egal im Wort
- Beispiel: Das /s/ wird gelispelt
👉 Aussprache-Problem
Phonologische Probleme:
- Das Kind nimmt bestimmte Laute nicht wahr, oder setzt Laute falsch im Wort ein
- Problem liegt im Sprachsystem im Kopf
- Fehler treten regelhaft auf
- Beispiel: /k/ wird immer durch /t/ ersetzt („Tuh“ statt „Kuh“)
👉 Regel- bzw. System-Problem
Auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörungen (AVWS)
AVWS (Auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung) ist eine Hörstörung, die nicht am Ohr selbst liegt, sondern im Gehirn beim Verarbeiten von Geräuschen und Sprache.
- Die Kinder hören alles, verstehen aber Sprache schlecht, besonders in lauter Umgebung
- Schwierigkeiten bei Unterscheiden, Merken oder Verknüpfen von Geräuschen und Worten
- Probleme zeigen sich beim Lesen, Lernen, Rechtschreibung oder aufmerksam zuhören
Kurz gesagt: Die Ohren hören, das Gehirn versteht nicht richtig – die Therapie hilft, die Verarbeitung zu trainieren.
Late Talker - Sprachentwicklungsverzögerungen
Late Talker bezeichnet Kinder, die später als üblich zu sprechen beginnen.
- Kinder sprechen mit ca. 2 Jahren noch keine 50 Wörter
- Meist normal entwickelt in anderen Bereichen (Bewegung, Sozialverhalten)
- Ursache ist oft entwicklungsbedingt, manchmal familiär
- Mit gezielter Förderung holen viele Kinder später auf
Kurz gesagt: Sprache kommt verzögert, aber oft ohne andere Entwicklungsprobleme. Eine Therapie hilft, den sprachlichen Entwicklungsstand aufzuholen, damit das Kind möglichst schnell von seiner Umwelt verstanden wird.
Lese- und Rechtschreibstörung (LRS)
Lese-Rechtschreibschwäche (LRS) ist eine Schwierigkeit, Buchstaben richtig zu lesen oder zu schreiben, obwohl Intelligenz und Hören normal sind.
Betroffene verwechseln Buchstaben oder Laute, lassen Buchstaben aus oder schreiben Wörter falsch
- Probleme beim Lesen, Schreiben und manchmal beim Zuordnen von Lauten zu Buchstaben
- Ursache liegt oft in der Verarbeitung von Lauten und Buchstaben im Gehirn
- Logopädie hilft, Lesen und Schreiben systematisch zu trainieren
Kurz gesagt: Das Gehirn hat Schwierigkeiten, Sprache in Buchstaben umzusetzen – nicht das Lernen an sich.
Mutismus
Selektiver Mutismus bedeutet, dass Kinder unter bestimmten Bedingungen nicht sprechen können, in anderen Situationen aber altersgerecht sprechend kommunizieren.
Begleitet wird die Störung häufig von:
- sozialer Ängstlichkeit
- Regulationsstörungen des Schlafens
- Nahrungs- und Ausscheidungskontrolle.
Nasalitätsstörung
Nasalitätsstörungen sind Störungen der Nasenresonanz beim Sprechen, also wie „nasal“ oder „dumpf“ die Stimme klingt.
- Sprache klingt zu sehr oder zu wenig nasal („Nase klingt zu stark“ oder „Stimme klingt verstopft“)
- Ursache sind meist Anatomie (z. B. Gaumenspalte), Muskelprobleme oder Nervenschäden
- Verständlichkeit der Sprache kann beeinträchtigt sein
- Logopädie trainiert Stimme, Atmung und Gaumenmuskulatur, um normale Resonanz wiederherzustellen
Orofaziale myofunktionelle Störung (OMS)
Orofaziale myofunktionelle Störung (OMS) ist eine Fehlfunktion der Mund- und Gesichtsmuskeln, die Sprechen, Schlucken, Atmung, Zahnstellung und die Wahrnehmung im Mund beeinträchtigen kann.
- Betroffene schlucken oft mit der Zunge nach vorne, haben falsche Lippen- oder Zungenruhe oder offenen Mund
- Die orale Sensibilität kann gestört sein: Mund, Lippen oder Zunge nehmen Berührungen, Druck oder Temperatur anders wahr
- Folge: fehlerhafte Aussprache, Zahnfehlstellungen, Schwierigkeiten beim Kauen oder Schlucken
- Logopädie trainiert Muskeln, Zungenposition, Schlucktechnik und verbessert die Wahrnehmung im Mund
Kurz gesagt: Die Muskeln und die Mundwahrnehmung arbeiten nicht richtig – das beeinflusst Sprechen, Schlucken und die Mundfunktion insgesamt.
Sprachentwicklungsstörung
SES sind Störungen der Sprache, die während der Entwicklung des Kindes auftreten und bis ins Jugend- und Erwachsenenalter bestehen können.
- Kinder sprechen später oder weniger Wörter als Gleichaltrige
- Schwierigkeiten bei Wortschatz, Satzbau, Grammatik oder Aussprache
- Verstehen von Sprache kann manchmal ebenfalls betroffen sein
- Ursache ist meist entwicklungsbedingt, manchmal familiär oder in Verbindung mit Mundmotorikproblemen
Kurz gesagt: Kinder lernen Sprache langsamer oder anders, und Logopädie unterstützt sie dabei, sich besser auszudrücken und verstanden zu werden.
Stimmstörung
Kindliche Stimmstörungen zeigen sich oft durch anhaltende Heiserkeit ohne Erkältung. Die Stimme kann rau, gepresst, kraftlos oder hauchig klingen und manchmal schwer verständlich sein. Kinder fühlen oft ein Fremdgefühl im Hals und husten oder räuspern häufig. Ursachen können sein:
- Stimmbandfehlbelastung
- Stimmbandknötchen
- falsches Sprechen
- psychische Belastung (z.B. Angst oder Stress)
- organische Probleme
Logopädie für Erwachsene
Aphasie
Aphasie ist eine Sprachstörung, die meist nach einer Hirnschädigung (z. B. Schlaganfall) entsteht. Sie betrifft nicht die Intelligenz, sondern die Fähigkeit, Sprache zu benutzen.
- Sprechen: Worte fehlen, Sätze sind holprig oder unverständlich
- Verstehen: Gesagtes wird ganz oder teilweise nicht verstanden
- Lesen & Schreiben: Texte können schwer oder gar nicht erfasst bzw. verfasst werden
- Unterschiedlich stark: Von leichten Wortfindungsproblemen bis zu kaum möglicher Kommunikation
Menschen mit Aphasie wissen oft genau, was sie sagen wollen, können es aber sprachlich nicht richtig ausdrücken.
Artikulationsstörung
Artikulationsstörungen im Erwachsenenalter sind Sprechstörungen, bei denen Laute falsch, unklar oder verwaschen gebildet werden.
- Die Sprachplanung ist intakt – Betroffene wissen, was sie sagen wollen
- Das Problem liegt in der Aussprache: Laute werden ausgelassen, vertauscht oder undeutlich gesprochen
- Häufige Ursachen sind neurologische Erkrankungen, z. B. nach Schlaganfall, bei Parkinson oder durch Lähmungen der Sprechmuskulatur
- Das Sprachverständnis ist in der Regel nicht beeinträchtigt
Kurz gesagt: Die Worte sind da, aber die Mund- und Zungenbewegungen funktionieren nicht richtig.
Demenz
Bei einer Demenz betrifft die logopädische Problematik vor allem den schrittweisen Abbau von Sprache und Kommunikation.
- Wortfindungsstörungen nehmen zu, Gespräche werden mühsam
- Sprachverständnis lässt nach, besonders bei längeren oder komplexen Aussagen
- Satzbau und Inhalt werden einfacher, teils unpassend oder wiederholend
- Später sind auch Lesen, Schreiben und Schlucken häufig betroffen
- Kommunikation gelingt zunehmend nur noch mit Unterstützung (Gesten, kurze Sätze, Rituale)
Wichtig: Ziel der Logopädie ist nicht Heilung, sondern Erhalt von Kommunikation, Verständigung im Alltag und Lebensqualität.
Dysarthrie
Dysarthrie ist eine Sprechstörung, bei der die Sprechmuskulatur (Atmung, Stimme, Lippen, Zunge) nicht richtig gesteuert wird.
- Sprache klingt verwaschen, langsam, leise oder angestrengt
- Aussprache, Stimme, Sprechtempo und Betonung sind beeinträchtigt
- Ursache sind neurologische Erkrankungen oder Hirnschädigungen (z. B. Schlaganfall, Parkinson, MS)
- Sprachverständnis und Denken sind meist nicht betroffen
Kurz gesagt: Betroffene wissen, was sie sagen wollen – aber der Sprechmotorik fehlt die Kontrolle.
Palliative Logopädie
Palliative Logopädie unterstützt Menschen mit schweren, nicht heilbaren Erkrankungen dabei, Kommunikation und Schlucken so lange und so gut wie möglich zu erhalten.
- Fokus liegt auf dem Erhalt der Lebensqualität
- Erleichtert Sprechen, Verstehen und sich mitteilen (auch mit Hilfsmitteln)
- Unterstützt bei Schluckstörungen, um Essen und Trinken sicherer zu machen
- Bezieht Angehörige und Pflege mit ein
- Passt sich den aktuellen Kräften und Bedürfnissen der Betroffenen an
Kurz gesagt: Palliative Logopädie hilft, trotz schwerer Krankheit in Kontakt zu bleiben und möglichst selbstbestimmt zu kommunizieren.
Schluckstörung (Dysphagie)
Dysphagie ist eine Schluckstörung, bei der Essen, Trinken oder Speichel nicht sicher oder nicht richtig geschluckt werden können.
- Häufiges Verschlucken, Husten oder Räuspern beim Essen
- Essen bleibt im Mund oder Hals „stecken“
- Gefahr, dass Nahrung oder Flüssigkeit in die Lunge gelangt
- Ursachen sind z. B. Schlaganfall, neurologische Erkrankungen, Tumoren oder das Alter
Kurz gesagt: Schlucken funktioniert nicht mehr zuverlässig – Logopädie hilft, es sicherer und angenehmer zu machen.
Stimmstörung (Dysphonie)
Dysphonie ist eine Stimmstörung, bei der die Stimme nicht mehr normal klingt oder belastbar ist.
- Stimme ist heiser, rau, gepresst oder sehr leise
- Sprechen ist anstrengend oder ermüdet schnell
- Ursache können Überlastung, Entzündungen, Stimmbandveränderungen oder neurologische Erkrankungen sein
Kurz gesagt: Die Stimme funktioniert nicht richtig – Logopädie hilft, sie zu schonen, zu verbessern und gesund einzusetzen.
Sprechapraxie
Sprechapraxie ist eine Störung der Sprechplanung, bei der das Gehirn die Bewegungen fürs Sprechen nicht richtig plant.
- Betroffene wissen genau, was sie sagen wollen
- Laute und Wörter werden falsch zusammengesetzt, oft mit Suchbewegungen
- Sprechen wirkt stockend, angestrengt und wechselhaft
- Ursache ist meist eine Hirnschädigung (z. B. Schlaganfall)
Kurz gesagt: Die Muskeln sind intakt – aber der Plan fürs Sprechen kommt durcheinander.
